Am Ende ist es tatsächlich so etwas wie eine Mauer, die sich da im Chorraum der Stadtkirche auftürmt. Freilich ist es keine gewöhnliche Maurerarbeit, sondern eher ein symbolisches Gesamtkunstwerk aus verschieden großen Schachteln. Auf der Vorderseite sind diese zum Teil mit Vornamen beschriftet, teils tragen sie die Titel von diakonischen Einrichtungen aus Stadtteil und Kirchenkreis. Da steht der Baustein "Lisa" neben dem vom "Diakonie-Ausschuss". "Sandrine" ist neben der "Evangelischen Gesellschaft" eingemauert. Und das "Christliche Jugenddorf CJD" stütrzt sich auf "Yannik". Und wer genau hinschaut, entdeckt auch den goldenen Baustein mit den Namen von Gisela und Helmut Schaible zusammen mit einer goldenen 50.
Was hat es mit dieser Mauer auf sich? Was möchte uns dieses Gesaamtkunstwerk sagen?
Nun, die Mauer verdankt sich der Tatsache, dass im Festgottesdienst nicht nur die ganze Bandbreite der diakonischen Arbeit bedacht wird, sondern auch die neuen Konfirmanden an der Stadtkirche der Gemeinde vorgestellt werden. Außerdem erhalten die Jugendlichen feierlich ihre Konfirmanden-Bibel. Doch damit nicht genug: Die Schaibles feiern zudem ihre goldene Hochzeit. Wenn das also mal kein Festgottesdienst ist!
Es ist eine Mauer aus "lebendigen Bausteinen". Im ersten Petrusbrief wird das Bild von den "lebendigen Steinen" für die Christen gebraucht, die gemeinsam ein "geistliches Haus" bilden, nämlich die Kirche. Die Mauer im Chorraum der Stadtkirche nimmt dieses biblische Bild auf und versinnbildlicht dabei eine mehrfache Zusammengehörigkeit:
l Die Konfirmanden und die ganze Gemeinde gehören zusammen! Die Jugendlichen gehören voll dazu und sind wichtig. Man kann sogar sagen, sie sind die Zukunft der Gemeinde.
l Die Senioren und die ganze Gemeinde gehören zusammen! Die Jubelpaare gehören genauso dazu wie die Traurigen oder Einsamen. Als Gemeinde teilen und tragen wir Freud und Leid auch ein Stück weit gemeinsam.
l Diakonie und Gemeinde gehören zusammen! Die Diakonie ist ein Netzwerk von Einrichtungen und Hilfen. Eine Kirchengemeinde könnte das alles niemals alleine leisten. Wir wollen andererseits aber auch selber eine diakonische Gemeinde sein, die nah bei den Menschen ist, die besucht und hilft und berät und begleitet.
Anhand der symbolischen Mauer wird sichtbar, wie vielfältig und wie (im wahrsten Sinne des Wortes) breit aufgestellt sich die diakonische Arbeit in Feuerbach darstellt:
Die großen diakonischen Werke und Einrichtungen sind vertreten durch Stefan Wegner vom Behinderten-Zentrum bhz. Er stellt das Werkhaus, den Tafelladen und das Projekt neues Wohnen vor. Dieter Edelmaier von der Kreisdiakoniestelle in Zuffenhausen präsentiert die diakonischen Angebote vor Ort: etwa das Richard-Bürger-Heim, die Neue Arbeit, das CJD, die Mobile Jugendarbeit mit dem Fesch und dem Abenteuerspielplatz oder die Diakoniestation in der Föhrichstraße. Hinzu kommen all jene Einrichtungen der Diakonie, die auf Kirchenkreis-Ebene angesiedelt sind und auch uns in Feuerbach zugute kommen: Von der Babyklappe bis zur Telefonseelsorge sozusagen. Daniela Waldenmaier berichtet als Vorsitzende des Ausschusses "Diakonische Gemeinde" dann von den diakonischen Arbeitsfeldern der Kirchengemeinde: Vom Café mit Thema, den Besuchsdiensten für Kranke und Ältere und in den Pflegeheimen, vom Seelsorge- und Beratungsdienst Feuerbach und vom Krankenpflegeverein, der zukünftig zum Diakonie-Verein werden soll.
Frau Dekanin Wiebke Wähling, die im Kollegium der Stuttgarter Dekane für die Diakonie zuständig zeichnet, erinnert in ihrer Festpredigt gleichsam an den biblischen Mörtel, der diese Mauersteine zusammen hält, nämlich die Nächstenliebe. Am Ende des Gottesdienstes macht sie Mut, sich selber als einen "lebendigen Baustein" in dieses Bauwerk der Diakonie einzubringen!
Bei Freigetränk und Naschwerk kann man sich nach dem Gottesdienst über die diakonische Arbeit in Feuerbach aus erster Hand informieren und mit ehren- und hauptamtlichen Diakonie-Mitmenschen ins Gespräch kommen.
Allen Beteiligten sei an dieser Stelle noch einmal aufs herzlichste für Ihr Engagement und Ihre Mitwirkung am Diakonie-Gottesdienst gedankt!