Unsere Stadtkirche: Eine lange Geschichte und eine reiche Gegenwart
Geschrieben von Pfarrer Timmo Hertneck
Der Name unserer Kirche geht auf den Heiligen Mauritius zurück. Mauritius war zur Zeit der Franken ein beliebter Schutzpatron. Immer wieder benannten die fränkischen Könige ihre Kirchen nach ihm. Wo die „vier M", nämlich Martin, Michael, Maria und Mauritius in räumlicher Nähe auftauchen, kann man sogar mit Sicherheit sagen, es handelt sich um eine Kirchgründung zu Zeit der fränkischen Mission rund um das Jahr 700 nach Christi Geburt. Damit gehört die Stadtkirche Feuerbach gemeinsam mit der Martinskirche Alteburg, der Michaelskirche Wangen und der Marienkirche in Berg zu den vier ältesten Kirchen unserer Region.
Die erste Mauritiuskirche müssen wir uns als kleine Moritzkapelle vorstellen. Sie wurde an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt errichtet. Hier kreuzte sich ein uralter Fernweg vom Asperg zum Neuffen mit einer von den Römern gebauten Straße. An diesem Schnittpunkt fand in der Folgezeit neben dem Gebet auch Handel und Wandel statt. Der Anfang des Dorfes Feuerbach war gemacht. Für unsere Kirchengemeinde an der Stadtkirche St. Mauritius ist diese Gründungsgeschichte bis heute ein Auftrag: Kirche muss in Feuerbach auch heute dort zu finden sein, wo sich die Wege der Menschen kreuzen.
1075 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt.
1291,1396 und 1477 folgen weitere urkundliche Erwähnungen. 1477 übernahm die Universität Tübingen die Rechte und Pflichten für die Wartung der Kirche und behielt die Patronatsrechte bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Der heutige Kirchbau stammt aus dieser Zeit, nämlich dem Jahr 1790. Allerdings erfuhr die Kirche im Jahre 1934 eine grundlegende Neugestaltung ihres Innenlebens. Waren die Kirchenbänke bis 1934 noch in einem Halbkreis (U-Form) um Altar und Kanzel an der Nordwand gestellt, so wurde nun nach Osten hin ausgerichtet. Der Osteingang wurde geschlossen und unser heutiges Mittelfenster entstand. Altar, Taufstein und Kanzel stehen nun in einem klaren "Gegenüber" zur Gemeinde.
Dennoch braucht die Kirche dauernde Renovierung. Die Renovierung 2001 unter Leitung von Frau Architektin Eva Maria Kreuz ist als baulich ausgesprochen gelungen anzusehen. Wir besitzen eine Kirche, die jeden Tag geöffnet ist, was von den Feuerbachern rege genutzt wird.
Ein Besuch zum Staunen und zum Beten in dieser Kirche lohnt sich.
Auf den Bildern ist die älteste Ansicht der Kirche und des Dorfes Feuerbach aus dem Jahr 1589 zu sehen. Es folgen Bilder, die die Kirche in Ihrer heutigen Gestalt zeigen.
Bleibende Verdienste um die Aufbereitung der Geschichte der Kirche hat sich Friedhelm Hoffmann mit der Festschrift zum 200. Jubiläum unseres heutigen Kirchbaues erworben. Diese Festschrift liegt noch in wenigen Exemplaren im Gemeindebüro vor und kann von dort bezogen werden. Im Anhang finden Sie eine PDF-Datei, die die Glasfenster der Stadtkirche auslegt. Wir danken Lektorin und Landessynodaler Frau Dorn aus unserer Gemeinde für die Ausarbeitung.
(th)
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